„… von den seit fünfzig Jahren vertretenen politischen Positionen, wenn man die Klimafrage und deren Leugnung nicht ins Zentrum rückt.“

Zitiert aus: Bruno Latour „Das terrestrische Manifest“ (Berlin, Suhrkamp Verlag, 2018)

Sag, isses nicht wahr, dass nix klar is?
Dass ’n Scheck um’s Verreck‘n nich bar is?
Dass das Haar auf mei’m Schädel kein Star is?
Dass nich jeder Tartar ‘n Barbar is, ey?

Diss iss ebend alles vertrackt, Man!
Wer das nich‘ kapiert, hat verkackt, Man!
Diese Welt is halt supa komplex, Man!
Und die Kohle hat jetzt meine Ex‘, Man!

Fuck!

Grafik: Jana Weers / Text: Franz Specht

tick tack tick tack

… … … „Ich habe mich Frauen gegenüber immer rücksichtsvoll und zartfühlend verhalten. Das liegt daran, dass ich einer Familie entstamme, in der man noch zum Gentleman erzogen wurde, wenn Sie verstehen, was ich meine. … … …

tick tack tick tack

… … … Natürlich wurde auch großer Wert auf männliche Dominanz und Durchsetzungsfähigkeit gelegt, keine Frage! Der Mann ist ja von Natur aus der Kämpfende, der Sendende, während die Frau lediglich zu empfangen hat.“ … … …

tick tack tick tack

… … … „Wo diese schlichte Grundregel befolgt wird, werden Sie ausschließlich Beziehungen von größter Harmonie und Stabilität vorfinden. Wehe aber, wenn sich herausstellt, dass die Frau mit den geistigen Seuchen unserer Zeit infiziert ist! Dann sind der Hölle und dem Satan Tür und Tor geöffnet, nicht wahr?“ … … …

dingong dingong dingong

„Ähem … was? … Ähm ja! … Die Stunde ist um. … Da sind wir ja heute wieder ein schönes Stück vorangekommen, Herr von Ruckdasch!“

Grafik: Philipp Kunze / Text: Franz Specht

Junge, reich mir Deine Flosse,
Denn du bist mein Zeitgenosse!
Wir weilen beide hier auf Erden,
Bis wir wieder Humus werden.

Grafik: Philipp Kunze / Text: Franz Specht

„Was? Ne Welt?“ stöhnte der Mann.
„Herrgott! Was soll ich denn damit tun?“
„Was wohl!“ höhnte das höchste Wesen zurück.
„Mach sie dir untertan! Beiß rein, du Pfeife! Saug sie aus!“
Plumpste dann zurück in sein Himmelbett.
War schräg drauf an diesem Tag.
Die Migräne fing wieder an.
Da stand er nun, unser Heinzi
Mit diesem knallbeschissnen Plan,
Hingesabbert vom blödsten Gott aller Zeiten.
Die weitere Geschichte kennen wir ebenso genau,
Wie wir an ihrem Ende stehen.

Grafik: Jana Weers / Text: Franz Specht

kuck doch: das wird nix
das geht voll daneben
zu wenig dynamik
da muss was gescheh‘n

zack kommt die gabel
mit sturzkampfbewegung
willst du nicht knipsen?
dir fehlts an ideen

sein essen zu posten
ist nur was für nulpen
viel spaß noch im leben
ich werde jetzt geh‘n

Grafik: Philipp Kunze / Text: Franz Specht

Sitze hier rum wie Robinson Crusoe
Hab einen Vogel und das is gut so
Der hat mich gern … oder er tut so?
Hauptsache is: Er macht mir Mut so!

Fliege herum und schnappe nach Mück‘
Hab einen Typen, der is mein Entzück‘
Is mein Zuhause, mein Nest und mein Glück
Zu dem kehr ich immer und immer zurück!

Grafik: Jana Weers / Text: Franz Specht

Ueber allen Gipfeln
ist Ruß,
in allen Wipfeln
spürest Du’s:
Asche und Rauch.
Die Vögelein leiden im Walde.
Warte nur! Balde
rußest du auch.

Frei nach J. W. von Goethes Gedicht „Ein Gleiches“ von 1780

„Die Hypertrophie des Rechts, die alles gesetzlich zu regeln versucht, lässt durch ihre Exzesse formeller Rechtmäßigkeit den Verlust jeder substantiellen Legitimität nur umso deutlicher hervortreten.“

Giorgio Agamben

Zitiert aus: „Das Geheimnis des Bösen“ von Giorgio Agamben (Berlin, 2015)

„Zum Höllenszenario gehört aber auch, dass unsere Alltagswelt so undurchschaubar geworden ist, dass wir in ihr und von ihr nichts mehr lernen können, sondern mit allerlei Bedienungsanleitungen über sie belehrt werden müssen, und zwar lebenslänglich; dass wir, statt Künstler zu sein, zu Kunden mutiert sind; dass wir von einer wuchernden Sicherheitssorge befallen sind, die uns jede Überraschung als Anschlag auf Leib und Leben beargwöhnen lässt; dass wir einander nicht trauen können, weil jeder oder jede Andere potentielle Rivalen sind.“

Marianne Gronemeyer

Zitiert aus Marianne Gronemeyers Preisrede anlässlich der Verleihung des Margrit-Egnér-Preises, November 2013

München, Hauptstadt der Betäubung

Größte Sauf-, Kotz- und Brunzparty auf Erden

Maximale Abzocke

Kultureller Mehrwert: Null

Energieverschwendung: Gigantisch

Millionen Anreisende aus aller Welt: Klimagas-Overkill

Noch was?

Weg damit!

„Wenn wir es als Fluch wahrnehmen, in diesen Zeiten zu leben, oder befürchten, dass uns die nächste Generation verfluchen wird, weil wir ihr eine zerstörte Welt hinterlassen haben, können wir uns vielleicht immerhin zwei Fragen vor Augen halten: Wie kann uns dieser Sinn für die Zerstörung der Welt einen Weg nach vorne weisen? Wo und wie kommen wir dahin, dieses historische Leben, das Leben, das wir in dieser historischen Zeit führen, zu bejahen?“

Judith Butler

Zitiert aus einem Vortrag Butlers im Literaturarchiv Marbach. Übersetzung aus dem Englischen von Bettina Engels. Quelle: DIE ZEIT 08/2020

Heinz von Foerster spricht in diesem Interviewausschnitt aus dem Jahr 2001 über Metaphysik, Physik, Teilchen und Weltentstehungserklärungen und bringt den Interviewer damit an den Rand der Verzweiflung.

Ethischer Imperativ von Heinz von Foerster: „Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird!“

„Es ist tatsächlich erstaunlich, wie anthropozentrisch wir immer noch denken. Wenn wir sehen, wie eine Maschine eine Aufgabe bewältigt, dann vergleichen wir das mit unserer Intelligenz. Wenn wir über ethische Fragen nachdenken, stellen wir unsere Interessen vorne an, nicht die der gesamten Umwelt. Wir sehen ja, wohin das führt: Wir sind im Begriff, den Planeten unbewohnbar zu machen. Vielleicht ist es Zeit, etwas zu verändern.“

Luciano Floridi

„Wirklichkeit ist nichts, was uns pur gegeben ist, sondern was immer aus dem Wechsel zwischen Annahmen auf der einen Seite und  Beobachtungen auf der anderen Seite entsteht, und beide haben etwas möglicherweise Illusorisches. Meine Annahmen können täuschen, meine Beobachtungen können täuschen, ich habe aber nichts anderes als beides und vor allem den Wechsel zwischen beidem, um meiner Wirklichkeit für den Moment auf die Spur zu kommen.“

Dirk Baecker

„Denken müssen wir. Wir müssen denken. Das heißt ganz einfach: Wir müssen diese Geschichte ändern; diese Geschichte muss sich ändern.“

Donna J. Haraway

Lesetipp / Donna J. Haraway: „Unruhig bleiben – Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän“ / Frankfurt am Main, 2018

„Ich verstehe unter Vergangenheit etwas, was noch bevorsteht und was dem herrschenden Geschichtsbild entrissen werden muss, damit es sich ereignen kann.“

Giorgio Agamben

„Das Vertrauen in die großen Erzählungen, die unter dem Namen „Ideologie“ erfasst wurden, ist einem totalen Misstrauen gegenüber den großen Gedankengebäuden gewichen. Das ist sehr bezeichnend, denn es heißt, wir haben keine Ideen mehr, wir können nicht mehr an Ideen glauben.“

Jean-Luc Nancy

Zitiert aus: Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 26.12.2016, Jean-Luc Nancy im Gespräch mit Michael Magercord

Kleine Notiz: Könnte das Misstrauen gegen große Gedankengebäude nicht eine gute Idee sein? Stattdessen lieber kleine, bewegliche, temporäre, undogmatische Gedankenbausteine je nach Bedarf?

„Wir glauben nicht mehr, dass die Wirklichkeit die gegenständliche Welt ist und dass der menschliche Geist im Gegensatz zu dieser Welt steht. Wir beginnen zu glauben, dass die Wirklichkeit das Faktum ist, dass wir mit den anderen zusammen in der Welt existieren.“

Vilém Flusser

Wobei aus heutiger Sicht zu präzisieren wäre: „…, dass wir mit allem Lebendigen zusammen in der Welt existieren.“